Laub im Herbst: Räumpflicht, Entsorgung und sinnvolle Nutzung
Buntes Herbstlaub sieht schön aus, sorgt auf Gehwegen aber für Rutschgefahr und bringt eine Räumpflicht mit sich. Wir zeigen, wann Sie kehren müssen, welche Entsorgungswege richtig sind und wie sich Laub im Garten sinnvoll nutzen lässt.

Räumpflicht: Laub auf Gehwegen als Rutschgefahr
Sobald die Blätter fallen, werden Gehwege schnell zur Rutschfalle. Nasses Laub bildet eine glatte Schicht, die Stürze begünstigt – besonders gefährlich für ältere Menschen und Kinder. Aus diesem Grund gilt für Laub eine Räum- und Reinigungspflicht, die rechtlich der allgemeinen Verkehrssicherungspflicht entspricht: Wer einen Gehweg in seinem Verantwortungsbereich hat, muss dafür sorgen, dass dieser gefahrlos begehbar bleibt.
Wer konkret zuständig ist, regeln die Kommunen über ihre Straßenreinigungs- und Anliegersatzungen. In vielen Städten und Gemeinden übertragen diese Satzungen die Reinigungspflicht für den angrenzenden Gehweg auf die Eigentümer oder – per Mietvertrag – auf die Mieter. Üblich ist, dass werktags meist von morgens bis abends ein begehbarer Streifen freigehalten werden muss und das Laub bei Bedarf mehrmals entfernt wird.
Dieser Artikel ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung. Die konkreten Pflichten, Uhrzeiten und Zuständigkeiten ergeben sich aus der jeweiligen kommunalen Satzung und dem Mietvertrag – diese variieren von Ort zu Ort. Im Zweifel lohnt ein Blick in die Satzung Ihrer Gemeinde oder eine Nachfrage beim Ordnungsamt.
Entsorgungswege: Biotonne, Laubsäcke und kommunale Annahme
Laub ist organisches Material und gehört in die Bioverwertung. Der naheliegendste Weg ist die Biotonne. In haushaltsüblichen Mengen ist sie ideal für regelmäßig anfallendes Laub. Bei größeren Mengen stößt das Volumen jedoch schnell an seine Grenzen, vor allem im Oktober und November, wenn alles auf einmal fällt.
Für diese Spitzen bieten viele Kommunen spezielle Laubsäcke aus kompostierbarem Papier an, die befüllt am Straßenrand abgeholt oder an Sammelstellen abgegeben werden. Ergänzend gibt es vielerorts eine kommunale Laubannahme oder Grünschnittsammelstellen auf den Wertstoff- und Recyclinghöfen, an denen sich auch große Mengen kostengünstig abgeben lassen. Welche Angebote es gibt, welche Mengen kostenfrei sind und wann die Sammeltermine stattfinden, erfahren Sie beim örtlichen Entsorgungsbetrieb.
Eine eigene Alternative ist der Kompost im Garten. Laub kompostiert allerdings langsamer als anderes Grüngut, weil es kohlenstoffreich ist. Es hilft, das Laub vorab mit dem Rasenmäher zu häckseln, es mit stickstoffreichem Material wie Rasenschnitt zu mischen und den Haufen locker zu schichten. Gerbstoffreiche Blätter wie von Eiche, Walnuss oder Kastanie verrotten besonders zäh und sollten nur in Maßen beigemischt werden.
Was nicht passiert: kein Restmüll, kein Gewässer
Laub gehört nicht in den Restmüll. Es ist wertvolles organisches Material, das in der Restmülltonne in der Verbrennung landet und so für die Kompostierung verloren geht. Außerdem ist es schade um das Tonnenvolumen, das im Herbst ohnehin knapp wird. Über Biotonne, Laubsäcke oder Kompost ist Laub deutlich besser aufgehoben.
Noch wichtiger: Laub darf nicht in Bäche, Teiche oder andere Gewässer entsorgt werden. Beim Abbau im Wasser wird Sauerstoff verbraucht, was Fische und andere Lebewesen schädigt und das Gewässer umkippen lassen kann. Auch das Einkehren von Laub in den Gully oder die Straßenkanalisation ist tabu, da es Abflüsse verstopft und bei Starkregen zu Überschwemmungen führen kann.
Ebenfalls verboten und gesundheitsschädlich ist das Verbrennen von Laub im eigenen Garten. Es entstehen Rauch und Schadstoffe, und in den meisten Kommunen ist das offene Verbrennen von Gartenabfällen ohnehin nicht erlaubt.
Sinnvolle Nutzung: Winterschutz und Igel-Unterschlupf
Bevor Sie Laub entsorgen, lohnt sich der Gedanke, einen Teil im Garten zu behalten. Eine lockere Laubschicht unter Sträuchern, Hecken und auf Staudenbeeten wirkt wie eine natürliche Mulchdecke: Sie schützt die Wurzeln vor Frost, hält die Feuchtigkeit im Boden und liefert beim Verrotten Nährstoffe. Empfindliche Pflanzen kommen so deutlich besser durch den Winter.
Auch für Tiere ist Laub im Garten ein Gewinn. Ein aufgeschichteter Laubhaufen in einer ruhigen Ecke bietet Igeln einen Unterschlupf für den Winterschlaf und dient zahlreichen Insekten als Quartier. Wer einen solchen Haufen anlegt, sollte ihn über den Winter in Ruhe lassen und vor dem nächsten Umsetzen vorsichtig prüfen, ob noch Tiere darin leben.
Auf diese Weise wird aus vermeintlichem Abfall ein doppelter Nutzen: Pflanzenschutz und Lebensraum. Nur die Flächen, auf denen Laub stört – Gehwege, Rasen und Teiche – sollten konsequent freigehalten werden.
Laub vom Rasen entfernen, um Fäulnis zu vermeiden
So nützlich Laub unter Sträuchern ist – auf dem Rasen hat es nichts zu suchen. Eine geschlossene Laubdecke nimmt dem Gras Licht und Luft. Darunter wird es feucht und warm, das Gras vergilbt, und es bilden sich kahle, faulige Stellen, die sich im Frühjahr nur schwer regenerieren. Pilzkrankheiten finden hier ideale Bedingungen.
Räumen Sie den Rasen deshalb über den Herbst regelmäßig ab, solange die Witterung es zulässt. Bei kleineren Mengen lässt sich Laub gut mit dem Rasenmäher aufnehmen und gleichzeitig häckseln – das gehäckselte Material eignet sich anschließend hervorragend für Kompost oder als Mulch in den Beeten. Bei größeren Flächen sind Laubrechen oder ein Laubbläser die schnellere Wahl.
Wichtig ist, den Rasen vor dem ersten Dauerfrost weitgehend laubfrei zu haben, damit das Gras gesund in den Winter geht. Wer regelmäßig in kleinen Schritten arbeitet, vermeidet, dass am Ende riesige Mengen auf einmal anfallen.
Häufige Fragen
Muss ich als Mieter den Gehweg von Laub befreien?
Das hängt von Ihrem Mietvertrag und der kommunalen Satzung ab. Häufig übertragen Eigentümer die Reinigungspflicht für den angrenzenden Gehweg per Mietvertrag auf die Mieter. Dies ist keine Rechtsberatung – prüfen Sie Ihren Mietvertrag und die örtliche Satzung, da die Regelungen lokal variieren.
Darf Laub in den Restmüll?
Besser nicht. Laub ist organisches Material und gehört in die Biotonne, in kommunale Laubsäcke, zur Laubannahme oder auf den Kompost. Im Restmüll geht es für die Kompostierung verloren und belegt unnötig Tonnenvolumen.
Was mache ich mit sehr großen Laubmengen?
Für große Mengen bieten viele Kommunen kompostierbare Laubsäcke, Sammeltermine oder eine Laubannahme auf dem Wertstoffhof an. Erkundigen Sie sich beim örtlichen Entsorgungsbetrieb nach Konditionen und Terminen, oder lassen Sie das Laub von einem Dienstleister abfahren.
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